Zur Erinnerung: Der Idealwert des Blutdrucks liegt für Erwachsene bei 120/80 mm Hg. Werte über 140/90 mm Hg werden bereits als Bluthochdruck eingestuft. Als erstes Ziel sollte der Blutdruck daher unter diesen Grenzwert gesenkt werden, bei Patienten bis 65 Jahren unter 130/80 mm Hg (bei guter Verträglichkeit. Eine Blutdrucksenkung unter 120/70 mm Hg wird nicht empfohlen. 

Die Behandlung des Bluthochdrucks erfolgt in den meisten Fällen mit Kombinationspräparaten, die zwei oder mehrere Wirkstoffe  enthalten. Die einzelnen Wirkstoffe können in Kombination niedriger dosiert werden als bei einer Einzelanwendung, was die Verträglichkeit erhöht und für den Patienten den Vorteil bietet, nur eine Tablette einnehmen zu müssen. Je nach Wirkung unterscheidet man:

ACE-Hemmer blockieren die Produktion von Angiotensin II und verhindern so, dass zu viel Salz und Wasser im Körper gespeichert wird. Dadurch verringert sich der Druck in den Blutgefäßen. Weil ACE-Hemmer ihre volle Wirkung erst nach längerer Einnahme entfalten, wird die Anfangsdosis nur langsam gesteigert. Als Nebenwirkung kann in seltenen Fällen ein trockener Reizhusten auftreten, was eine Umstellung auf ein anderes Mittel erfordert. Dies ist meist ein Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB). der die Aufnahme von Angiotensin verhindert. Diuretika bewirken, dass mehr Harn gebildet und ausgeschieden wird. Dadurch verringert sich das Blutvolumen und als Folge der Druck in den Blutgefäßen. Es werden aber auch vermehrt Mineralstoffe (Elektrolyte) ausgeschieden, die eventuell ersetzt werden müssen. Die Patienten müssen häufiger zur Toilette, was oft als Nachteil gesehen wird. Kalziumkanalblocker wirken gefäßerweiternd und senken so den Blutdruck. Betablocker beruhigen das Herz, indem sie die Herzfrequenz und die Herzleistung verringern. Es wird weniger Blut in den Kreislauf gepumpt, der Druck in den Gefäßen sinkt. Außerdem schirmen sie den Organismus gegen die blutdrucksteigernde Wirkung der Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin) ab.

Um die Werte besser kontrollieren zu können, wird den Patienten empfohlen, auch zu Hause regelmäßig den Blutdruck zu messen. Die modernen Geräte sind durch die Bedienung mit nur einer Taste sehr einfach in der Anwendung und zeigen nach erfolgter Messung drei Werte an: den systolischen und den diastolischen Blutdruck sowie den Puls. Bei manchen Geräten werden auch Herzrhythmusstörungen angezeigt. Die Handgelenksmesser sind zwar klein und handlich, aber nicht für alle Patienten geeignet. Diabetiker, Patienten mit Arteriosklerose oder ältere Personen mit weniger elastischen Blutgefäßen sollten lieber eine Messung am Oberarm durchführen. Neben dem richtigen Anlegen der Manschette gilt es noch einige Regeln zu beachten, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten:

  • Die Manschette darf nicht zu eng, aber auch nicht zu locker angebracht werden, da dies erhöhte bzw. zu niedrige Messwerte zur Folge hat. Auch ein Anlegen über der Kleidung bringt keine verwertbaren Ergebnisse.
  • Die Messungen sollten morgens und abends jeweils vor der Einnahme des blutdrucksenkenden Mittels erfolgen.
  • Vor jeder Messung soll eine Ruhephase von mindestens fünf Minuten eingehalten werden. Eine Stunde vorher sollte kein Kaffee, Alkohol oder Nikotin konsumiert werden.
  • Gemessen wird immer im Sitzen, die angelegte Manschette muss sich in Herzhöhe befinden. Bei der Messung mit einem Handgelenksmesser ist es hilfreich, die Finger jener Hand, an der sich das Gerät befindet, auf die gegenüberliegende Schulter (oder Schlüsselbein) zu legen. Erfolgt die Messung mit einem Oberarmmessgerät, legt man den Unterarm vom Ellbogen an ganz entspannt auf den Tisch.
  • Während der Messung soll nicht gesprochen oder gehustet werden, um das Messergebnis nicht zu beeinflussen.

Bei Fragen zur Auswahl des Blutdruckmessgerätes und dessen Handhabung helfen wir Ihnen gerne.

Mag. Bandl Waltraud