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Entzündungen im Mund

Unsere Mundhöhle wird von einer Schleimhaut ausgekleidet, die von verschiedenen Pilzen, Viren und Bakterien besiedelt ist. Normalerweise herrscht ein Gleichgewicht zwischen "guten" (für bestimmte Stoffwechselvorgänge zuständige) und "bösen" Keimen (Krankheitserreger).
Äußere Einflüsse wie Kälte, Stress, Vitaminmangel (A, B, C, Eisen, Folsäure), Medikamente, Verbrennungen durch zu heiße Speisen und Getränke, schlecht sitzender Zahnersatz, Bissverletzungen beim Kauen oder schwere Erkrankungen können dieses Gleichgewicht verschieben und es kommt zur Entzündung der Schleimhaut (Stomatitis). Diese kann nicht nur den Geschmacksinn, sondern die gesamte Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Die Zellen der Mundschleimhaut erneuern sich sehr rasch. Daher heilen Wunden im Mundbereich schneller als an anderen Körperteilen. Manchmal erfolgt die Abheilung von selbst (spontan), in anderen Fällen ist eine Behandlung notwendig. Der Verzicht auf Nikotin ist jedoch immer empfehlenswert, um die Wundheilung zu beschleunigen.

Die häufigsten Entzündungen der Mundschleimhaut sind:
Aphten sind gelblich weiße Schwellungen mit einem roten entzündeten Hof. Kontakt mit säurehaltiger Nahrung verursacht Schmerzen. Aphten entstehen besonders an der Wangeninnenseite. Sie sind nicht ansteckend, werden jedoch oft mit Herpes verwechselt. Die Abheilung erfolgt in der Regel spontan, desinfizierende Lösungen können helfen, weitere Infektionen zu vermeiden, wenn die Aphte versehentlich aufgebissen wurde. In schweren Fällen hilft eine Creme mit schmerzbetäubender Wirkung.
Mundecken haben meist harmlose Ursachen. Die Lippen werden durch Kälte und trockene Luft rau, im Mundwinkel entstehen kleine Einrisse, die durch Sprechen und Essen immer größer werden. Über Nacht bildet sich eine Kruste, die bei der ersten Bewegung in der Früh wieder aufreißt. Zur Behandlung eignen sich möglichst fettige Salben, die eine Krustenbildung verhindern. Zink schützt zusätzlich vor Nässe. Fieberblasensalben helfen kaum, da Herpesviren nicht die Ursache der Mundecken sind.
Soor ist eine Infektion durch Candidapilze. Es bildet sich ein abwischbarer weißlicher Belag auf Zunge und Schleimhäuten. Soor tritt häufig auf bei Neugeborenen, Gebissträgern und bei chronisch Kranken, deren Immunsystem geschwächt ist. Die Behandlung erfolgt lokal mit pilzabtötenden Mitteln. Bei längerer Behandlung mit Antibiotika oder bei Strahlentherapie im Mund- und Halsbereich wird eine vorbeugende Behandlung mit Tabletten empfohlen. Personen, die kortisonhaltige Asthmasprays verwenden, sollten nach der Inhalation den Mund gut spülen, um Soorbildung zu vermeiden.
Leukoplakie zeigt sich als dicke weiße Schleimhautveränderung an der Innenseite der Wangen, dem Zahnfleisch oder der Zunge und ist im Gegensatz zu Soor nicht abwischbar. Rauchen, abgebrochene Zähne, schlecht sitzende Gebisse oder das Kauen an der Wange sind oft Auslöser. Werden diese Auslöser behoben, erfolgt eine spontane Abheilung.
Herpes: Die typischen Bläschen zeigen sich vor allem an der Innenseite der Wangen, während an den Lippen keine Fieberblasen mehr sichtbar sind. Wie bei allen Herpesinfektionen dauert die Abheilung etwa zehn Tage. Oft erfolgt eine Behandlung durch ein Virustatikum.
Gingivitis: Entzündungen der Mundschleimhaut sind häufig auch eine Folge mangelhafter Zahnhygiene. Plaquebakterien und deren Stoffwechselprodukte verursachen Entzündungen, die in eine Parodontitis übergehen können und damit die Zähne gefährden. Zur Vorbeugung und Behandlung eignen sich verschiedene antiseptische Mundspülungen.

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