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Hilfe bei Krampfadern
Krampfadern (von althochdeutsch krimpfan "krümmen", lat. "Varizen") sind knotig erweiterte (oberflächliche) Venen. Das Krankheitsbild war schon in der Antike bekannt, dennoch muss man es zu den Zivilisationskrankheiten zählen. In Österreich leiden bereits jede zweite Frau und jeder dritte Mann an dieser Erkrankung.
Zu den Risikofaktoren gehören neben dem Geschlecht und hormonellen Einflüssen vor allem langes Sitzen oder Stehen, Bewegungsmangel, Übergewicht und Wärme. Einer besonders hohen Belastung sind die Venen während einer Schwangerschaft ausgesetzt.
Durch eine angeborenen Venenwandschwäche, eine Venenklappeninsuffizienz und/oder einen Druckanstieg im Venensystem wird die Venenwand überdehnt. Dadurch schließen die Klappen in den Gefäßen nicht mehr richtig. Die Folge ist, dass das Blut statt Richtung Herz zurück ins oberflächliche Venensystem fließt. Dieses muss nun mehr Blut transportieren und wird langfristig überlastet. Unter dem gesteigerten Druck dehnen sich die Venen zylinderartig oder sackförmig aus: Es kommt zum typischen Bild einer geschlängelt verlaufenden und erweiterten Krampfader.
Geringfügige Varizen (Besenreiservarikosis) verursachen außer der kosmetischen Beeinträchtigung keine nennenswerten Komplikationen. Sie können aber durch die Verödungstherapie temporär entfernt werden.
Typische krampfadernbedingte Beschwerden sind Schwere- und Spannungsgefühle, Schwellungen, Wadenkrämpfe, Juckreiz und Schmerzen. Diese Symptome nehmen im Tagesverlauf zu und können sich besonders bei Wärme und während der Menstruation oder Schwangerschaft verschlimmern. Krampfadern sollen ärztlich abgeklärt werden, um schwerwiegenden Folgen wie Blutgerinnseln, Entzündungen und Beingeschwüren vorzubeugen.
Die Therapie bei Varizen soll den Rückfluss von Blut aus dem tieferen in das ausgedehnte oberflächliche Venensystem unterbrechen. Dazu werden vor allem Kompressionsverbände und medizinische Kompressionsstrümpfe verwendet. Für schwerwiegende Fälle von Krampfadern helfen operative Maßnahmen, z.B. die Stripping-Methode, die endovenösen Lasertherapie (EVLT) oder die SEPS-Methode (subfascial endoscopic perforans surgery).
Bei leichten Beschwerden stehen in der Apotheke vor allem Präparate aus der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) zur Verfügung, die durch Stärkung der Venenwände innerlich und äußerlich Linderung verschaffen können. Dazu gehören:
- Extrakte aus Samen von Aesculus hippocastanum, der Rosskastanie
- Extrakte aus roten Weinlaubblättern (Vitis vinniferae rubae)
- Inhaltsstoffe (Rutoside) aus dem Japanischem Schnurbaum (Styphnolobium japonicum)
Erleichterung verschaffen auch Gele und Salben mit dem Wirkstoff Heparin, kalte Wassergüsse nach Sebastian Kneipp, ausreichend Bewegung, Hochlagern der Beine, Gewichtsreduktion und Vermeidung von Hitze.
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