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Lecithin

Der Name kommt vom griechischen lekithos (=Eidotter). Lecithin wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Maurice Gobley aus Eidottern erstmals isoliert. Dabei wurde entdeckt, dass mit Hilfe dieser Substanz Öl und Wasser gemischt werden konnten.
Heute versteht man unter ”Lecithin“ rund 70 fettähnliche Stoffe, so genannte Phosphatide oder Phospholipide, die zu sehr unterschiedlichen Verwendungszwecken eingesetzt werden. In der Ernährungskunde meint man damit eine Mischung von Phospholipiden, die das fettlösliche Phosphatidylcholin enthalten. Diese Substanz kommt in allen lebenden Zellen als Bestandteil der Zellmembranen vor und beeinflusst deren Durchlässigkeit für die benötigten Nährstoffe.
Lecithin ist außer in Eigelb in Sonnenblumen, Rapssamen, Erdnüssen, Weizenkeimen, Hefe, Fisch usw. enthalten und wird vom Körper gewöhnlich in ausreichender Menge aufgenommen. Dennoch gibt es im Handel als Nahrungsergänzung eine Reihe von Produkten mit unterschiedlichen Gehalten von hoch filtriertem Lecithin, das meist aus Sojabohnen gewonnen wird. Für solche Lecithinpräparate wird von den Herstellern ein ganzes Spektrum von gesundheitsfördernden Effekten geltend gemacht, vor allem im Zusammenhang mit:

  • Gedächtnisleistung und Reaktionsgeschwindigkeit
  • Herz/Kreislauf-Funktion
  • Leber- und Gallenfunktion sowie Darmgesundheit
  • Fettverdauung und Hilfe bei der Gewichtsabnahme
  • Schwangerschaft
  • Körperkraft und Muskel-Dauerleistung
  • Haut und Haar
  • Arthritis
Welche Wirkungen von Lecithin in der Ernährung sind wissenschaftlich bewiesen?
An den Wirkungen von Lecithin wird weltweit geforscht. Aussagekräftige Ergebnisse aus groß angelegten Studien stehen zwar zum Teil noch aus, doch wurden bereits verschiedene Testresultate und Erfahrungsberichte veröffentlicht:
Demnach sorgt Lecithin dafür, dass das lebensnotwendige Cholesterin durch die Blutgefäße transportiert wird, ohne sich an den Blutgefäßen fest zu setzen, und überschüssiges Cholesterin aus dem Blutkreislauf zu entfernen. Damit hilft Lecithin den Cholesterinwert bei leichten Formen von Hypercholesterinämie zu senken.
Aus der Tatsache, dass Lecithin dabei als Emulgiermittel wirkt, kann aber nicht ohne weiteres gefolgert werden, dass subkutanes Körperfett von Lecithin "herausgespült" werden kann. Es gibt also derzeit noch keine echten Beweise dafür, dass Lecithin bei der Gewichtsabnahme hilfreich ist.
Dagegen dürfte Lecithin bei etlichen Lebererkrankungen, wie alkoholischer Fettleber und Hepatitis, helfen, die Leberfunktion wieder herzustellen.
Erste positive Ergebnisse gibt es auch betreffend die Behandlung von Colitis ulcerosa mit Phosphatidylcholin (Lecithin). Als Bestandteil der Zellmembran bildet Lecithin (beim Test aus Meeresalgen) offenbar auch bei der Darmschleimhaut eine schützende hydrophobe Barriere gegen Bakterien.
Die meisten Studien befassten sich bisher mit der Wirkung des Lecithins bei neurologischen Erkrankungen, wie z.B. Alzheimer. Diese Krankheit kann durch eine Mangelproduktion des Neurotransmitters Acetylcholin hervorgerufen werden, das für die Signalübertragung zwischen den Gehirnzellen sorgt. Zumindest bei einem Teil der Patienten verbesserte sich der Zustand deutlich nach Verabreichung von Lecithin bzw. von Cholin, das ein Bestandteil des Lecithins ist. Wissenschaftler schließen daraus, dass Lecithin den Ausbruch dieses degenerativen Leidens zumindest verzögern kann.
Bei körperlicher Beanspruchung (Sportler) wirkt Lecithin in erster Linie als Energiespender für Muskeln und Gehirn und sorgt für eine Abkürzung des Erholungsvorganges.

Wann empfiehlt sich eine Nahrungsergänzung mit Lecithin?
Ausdrücklich empfohlen wird Lecithin oder Cholin derzeit für Patienten, die wegen zu hoher Cholesterinwerte Niacin- oder Nikotinsäurepräparate einnehmen. Auch für Menschen mit Störungen bei der Nahrungsverwertung oder bei einseitiger Ernährung kann ein gutes Lecithinpräparat als Ergänzung ratsam sein. Ihr Apotheker berät Sie gerne über Fragen der Ernährung und bei der eventuellen Wahl von Nahrungsergänzungen.

Gibt es unerwünschte Nebenwirkungen bei der Einnahme von Lecithin?
Lecithin pflanzlichen Ursprungs gilt allgemein als unbedenklich. Erst bei viel zu hoher Dosierung kann es in manchen Fällen zu Magen/Darm-Problemen wie Durchfall oder Erbrechen, selten zu Ausschlägen, Kopfschmerzen, Benommenheit und/oder zu einem ≥fischelnden≥ Körpergeruch kommen.

Wir verweisen auch auf unseren Beitrag Eier und Cholesterin vom April 2006.

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