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Kleine Alltagsfreuden mit gesundheitlicher Wirkung
Die Meinung, dass eine Medizin umso "gesünder" sei, je abscheulicher sie schmeckt, gehört weitgehend der Vergangenheit an. Dennoch werden Gaumenfreuden immer noch mit "sündig", sprich ungesund assoziiert. Dasselbe trifft auch auf andere kleine Wohltaten zu, denen unser Nützlichkeitsdenken keinen unmittelbaren Wert zuordnet. Oft zu Unrecht, wie sich zeigt.
Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass mäßiger Alkoholkonsum das Herz schützen kann. Trotzdem fällt es vielen Ärzten schwer, ihren Patienten ein Glas Wein oder Bier ausdrücklich zu erlauben. Natürlich ist Alkohol nicht für jeden das Richtige - man denke an die Suchtgefahr oder an Alkohol am Steuer. Ein generelles Tabu für Alkohol dürfte dennoch zu weit gehen.
Keine Bedenken haben Gesundheitsexperten hingegen, wenn sie herzgefährdeten Patienten zu mehr körperlicher Aktivität raten. Für viele hat das einen bitteren (gesunden?) Beigeschmack. Oft befolgen die Leute derartige Empfehlungen auch nur dann, wenn sie eine Betätigung finden, die ihnen Spaß macht, sei es nun Tanzen, Radfahren oder bloß Spazierengehen. Das schaut dann aber wieder so stark nach Vergnügen aus, dass diese Tätigkeiten bei Arbeitsstress umgehend gestrichen werden.
Eine der größten Versuchungen unter den Gaumenfreuden ist Schokolade. Kaum zu glauben, dass diese Nascherei der Gesundheit nützen kann. Dabei ist es heute erwiesen, dass dunkle Schokolade den Blutdruck senkt und die Reaktion des Stoffwechsels auf Insulin verbessert. Dadurch kann das Risiko eines Typ-2-Diabetes verringert werden. Schon länger bekannt ist, dass Wirkstoffe des Kakaos die Blutgefäße schützen. Auch gibt es Hinweise für eine positive Wirkung dunkler Schokolade auf die Cholesterin-Werte.
Eine weitere schlichte Wohltat ist der Schlaf. Er ist für die Gesundheit ganz wesentlich. Viele Leute entwickeln dennoch Schuldgefühle, wenn sie ein Nickerchen machen oder ins Bett gehen, sobald sie müde sind. Auch abseits des Berufsgeschehens zwingt man sich zum Weitermachen. Dabei verbessert ausreichender Schlaf das Immunsystem, verleiht geistige Frische und Reaktionsfähigkeit, nützt der Gedächtnisleistung und hilft sogar bei der Gewichtskontrolle.
Um gegen Schläfrigkeit anzukämpfen, greift man gerne zu Kaffee. Auch er gilt gemeinhin eher als Laster. Ähnlich wie beim Alkohol haben Forscher aber auch unerwartete positive Wirkungen herausgefunden. Kaffee ist nämlich ein wirksames Antioxidans. Dabei erhöht er - zumindest bei Frauen - offenbar nicht das Risiko Bluthochdruck, und außerdem erkranken Kaffeetrinker seltener an Typ-2-Diabetes. Ein gesunder Lebensstil bietet also durchaus Platz für kleine Genüsse. Es kommt aber, wie stets, aufs Maßhalten an. |
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