Gelenksabnützung
Die Abnützung der Gelenke (Arthrose) ist ein schleichender Prozess. Durch Nachlassen der Regenerationsfähigkeit und Aufrauung der schützenden Knorpelschicht kommt es zu einem Abrieb im Gelenk. Die Folge können entzündliche Reaktionen und allmähliche Knochenschäden in der Gelenksumgebung sein. Etwa der Hälfte der älteren Bevölkerung ist durch Arthrose in der Beweglichkeit beeinträchtigt.
Die elastische Knorpelschicht im Gelenk schützt die Knochenflächen vor Druck und Stoß. Wird sie von der Gelenksinnenhaut nicht mehr ausreichend versorgt, verliert der Knorpel Wasser, wird dünner und brüchiger und kann bei starken Belastungen kleine Risse bilden. Durch die Reize abgeriebener Stoffe kann es zu Entzündungen kommen, die Rheuma-ähnliche Schmerzen hervorrufen. Zerstörtes Knorpelgewebe kann nicht nachgebildet werden, doch ist eine schmerzfreie Beweglichkeit selbst bei ''vernarbtem'' Gewebe möglich. Arthrose kann aber auch in jedem Stadium zum Stillstand kommen.
Risikofaktoren
Gelenksabnützung wird begünstigt durch Überlastung (z. B. durch Übergewicht oder Leistungssport) bzw. einseitige Belastungen (z. B. arbeitsbedingt oder durch angeborene Fehlstellungen). Die Ursachen können aber auch Verletzungen und Knochenbrüche, rheumatische Erkrankungen sowie mangelnde körperliche Aktivität sein.
Beschwerden
Auf Arthrose schließen lassen ?Anlaufschmerzen≥ nach längerem Verharren in einer Position, z.B. morgens beim Verlassen des Bettes oder beim Aufstehen nach längerem Sitzen. Bei Entzündungen kommt es zu heftigen Schmerzen, Schwellungen im Gelenksbereich und Einschränkung der Beweglichkeit.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und zielt vor allem darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten bzw. zu verbessern.
Wichtig ist es zunächst, etwaige Ursachen zu beseitigen, wie Belastungen am Arbeitsplatz oder beim Sport, Übergewicht, Fehlstellungen, falsches Schuhwerk ....
Um im Akutfall rasch wieder eine bessere Beweglichkeit zu erreichen, können Schmerzmittel und gegebenenfalls entzündungshemmende Mittel, ohne und mit Cortison (rezeptpflichtig!), eingesetzt werden.
Zur konservativen Knorpelbehandlung dienen Medikamente zum Knorpelaufbau. Es gibt sie zum Einnehmen und als Injektionskuren direkt in das Gelenk. Hilfreich erweisen sich auch Moor- und Schwefelbäder sowie (wärmende) Salben, Packungen und Pflaster. Auch Bestrahlungen und Akupunktur führen zu einer Besserung der Beschwerden. Unterstützt werden diese Therapieformen zweckmäßig durch physiotherapeutische Maßnahmen und ein regelmäßiges Bewegungsprogramm (Schwimmen, Radfahren ...).
Bei wiederkehrenden Gelenksschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Für schwere Fälle stehen der Fachmedizin heute verschiedene operative Behandlungsmethoden, von der Arthroskopie über Knorpeltransplantationen bis hin zum Einsatz künstlicher Gelenke, zur Verfügung, wodurch die Lebensqualität nachhaltig verbessert werden kann.
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