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Homöopathie - was ist das?

Am 10. April 2005 wäre Ch. F. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, 250 Jahre alt geworden - Anlass für uns, Ihnen die geheimnisvolle Heilkunst mit den ''weißen Kugerln'' näher zu bringen.

''Homöopathie'' kommt aus dem Griechischen: ''homoios pathos'' bedeutet ''ähnlich leiden''. ''Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt'' (= Simile-Prinzip). Das heißt: Wenn ein Gesunder eine Arznei nimmt, treten bestimmte Symptome auf. Umgekehrt können Krankheiten mit solchen Symptomen mit dieser Arznei behandelt werden.

   
Bild: Samuel Hahnemann: Samuel Hahnemann
Samuel Hahnemann
(1755 - 1843)

Ein Beispiel: Wohl jeder kennt die Beschwerden, die beim Kontakt mit einer Küchenzwiebel auftreten: ''Wasser'' rinnt aus Nase und Augen, man muss niesen. Genau bei so einem Krankheitsbild wird die Küchenzwiebel (Allium cepa) u.a. in der Homöopathie verwendet: Fließschnupfen mit wässrigem Sekret aus der Nase und den Augen mit Niesen.

Homöopathische Zubereitungen
Ein weiteres Prinzip der Homöopathie ist die spezielle Zubereitung der Arzneien: Ausgangsstoffe sind meist Pflanzen oder Mineralien, seltener auch tierische Materialien oder Krankheitsprodukte. Diese werden mit Alkohol angesetzt (Urtinkturen), gelöst oder mit Milchzucker verrieben. Dann werden durch schrittweises Verschütteln mit verdünntem Alkohol (Dilutionen) bzw. schrittweises Verreiben mit Milchzucker (Triturationen) die so genannten Potenzen hergestellt. Dadurch wird die Arznei wirksamer. Die Potenz ist das Kürzel nach dem Namen der Arznei, z.B. Allium cepa D6. Das heißt, die Urtinktur der Zwiebel wurde zunächst 1:10 mit verdünntem Alkohol verschüttelt (= D1), dann ein Teil davon wieder 1:10 verschüttelt (= D2) usw. bis D6.
Es gibt auch C-Potenzen, hier wird immer 1:100 verdünnt, oder LM-Potenzen (= 50000). Im Allgemeinen werden niedrigere Potenzen (D4 oder D6) bei akuten Leiden eingesetzt, höhere bei chronischen. Potenzen ab D30 und LM-Arzneien sollte man nur auf Verschreibung durch einen homöopathischen Arzt einnehmen, da hier starke psychische Wirkungen auftreten können.

Um die Einnahme zu erleichtern bzw. die Arznei alkoholfrei zu machen, gibt es die so genannten Globuli: Das sind Zuckerkügelchen, auf die die Verdünnung aufgetragen wurde. Aus Verreibungen können auch Tabletten gepresst werden.

Einnahme
Homöopathische Arzneien werden über die Mundschleimhäute aufgenommen. Verdünnungen am besten direkt auf die Zunge geben, Globuli auf oder unter der Zunge zergehen lassen, Tabletten ebenso. Ungefähr zehn Minuten vorher und nachher nichts essen oder trinken, damit die Mundschleimhaut in einem möglichst ''natürlichen'' Zustand ist.

Derzeit gibt es über 4000 verschiedene homöopathische Arzneien. Jede hat ein eigenes Arzneimittelbild, das durch Prüfung an Gesunden ermittelt wurde. Insbesondere gegen häufig vorkommende Krankheiten gibt es bewährte Arzneien, wie z.B.: Allium cepa bei Erkältungskrankheiten (siehe oben).

Selbstmedikation
Vor allem zur Selbstmedikation gut geeignet sind die sogenannten Komplexmittel: Hier sind gegen bestimmte Beschwerden häufig angewendete Arzneien kombiniert (z.B. von Apozema, Doskar, Similasan). Grundsätzlich gilt: Bei Beschwerden, die Sie auch schulmedizinisch selbst behandeln können, können Sie es durchaus auch einmal selbst mit Homöopathie versuchen.

Für die homöopathische Behandlung von schwereren oder chronischen Erkrankungen sollte ein homöopathischer Arzt aufgesucht werden. Keinesfalls darf ein verordnetes Medikament ohne Zustimmung des Arztes durch Homöopathie ersetzt werden.

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