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AntioxidantienAntioxidantien, auch "Radikalfänger" genannt, sind Verbindungen, die den Körper vor schädlichen Einwirkungen sogenannter freier Radikale schützen. Dabei handelt es sich um Atome oder Atomgruppen, denen ein Elektron fehlt, das sie durch Einwirkung auf andere Verbindungen zu ersetzen suchen. Solche Reaktionen im Körper gehören an sich zum natürlichen Stoffwechsel. Auch das Immunsystem liefert z.B. freie Radikale zur Bekämpfung von Krankheitserregern. Durch schädliche Umwelteinflüsse, wie UV-Strahlung, radioaktive Strahlung und Umweltgifte (einschließlich Genußgifte und einige Medikamente), aber auch durch Stress und ungesunde Ernährung kann es jedoch zu einer Störung des Reaktionsgleichgewichts und zur überschießenden Zerstörung von Körperzellen durch freie Radikale kommen ("oxidativer Stress"). In der Wissenschaft werden heute freie Radikale als Auslöser für vorzeitige Alterung sowie für eine Vielzahl von Krankheiten, wie Krebs, Arteriosklerose, grauer Star und Alzheimer, Allergien und manche Schäden im Erbgut, diskutiert. Vorkommen von Antioxidantien Natürliche Antioxidantien sind körpereigene Enzyme und mit der Nahrung aufgenommene Schutzstoffe, die die freien Radikale durch Anbindung an deren freie Elektronen neutralisieren. Lange Zeit hindurch richtete sich das Hauptaugenmerk in der Ernährung auf Proteine, Fett und Kohlenhydrate, vor allem aber auf die Kalorienzufuhr. Vitamine und Spurenelemente gewannen in erster Linie auf Grund von krank machenden Mangelerscheinungen an Bedeutung, ohne daß ihre Funktionen klar erforscht waren. Dank verbesserter Analysemethoden wurden in den letzten Jahren viele Substanzen genauer untersucht, darunter auch die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe. Die Bedeutung der sogenannten Mikronährstoffe für die Qualität der Ernährung bzw. ihre antioxidative Schutzwirkung gilt heute als gesichert. (Hinweis: Auf neueren Forschungen basierende Ernährungstipps finden Sie in unseren früheren Artikeln Praktische Tipps für eine schlankere Linie und Anti-aging - länger und besser leben.) Nahrungsergänzungen Über die Sinnhaftigkeit einer Nahrungsergänzung mit Antioxidatien-Präparaten ist die Schulmedizin gespalten. Zum Teil wird die Auffassung vertreten, daß der tägliche Bedarf an Mikronährstoffen durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt und eine Ergänzung nur in Ausnahmefällen erforderlich sei. Andere Mediziner halten eine vollwertige Ernährung für kaum mehr durchführbar und leiten aus den immer bedenklicher werdenden Umweltanalysen und der Zunahme von Zivilisationskrankheiten die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungen ab. Unbestritten bleibt aber, daß Antioxidantien zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten hilfreich sind. Wichtige Antioxidantien Als Radikalfänger wirken zunächst die vom Körper selbst produzierten Enzyme. Eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen unterstützen entweder die Produktion solcher Enzyme oder wirken selbst zellschützend bzw. antioxidativ. Dazu gehören insbesondere Vitamin A, Betacarotin und andere Carotinoide, Flavonoide und andere antioxidativ wirkende Pflanzeninhaltsstoffe (z.B. in Ginkgo biloba, Knoblauch, Traubenkernen, grünem Tee u.v.a.), die Vitamine C und E, das Mineral Selen sowie Zink. Antioxidative Schutzwirkungen zeigen darüber hinaus Coenzym Q10 (weist eine ähnliche Struktur wie Vitamin E auf), NADH (Coenzym 1), das Hormon Melatonin, bestimmte Aminosäuren u.a. Wir wissen heute, daß der Körper eine Mehrzahl von bioaktiven Stoffen benötigt, um krank machende freie Radikale neutralisieren zu können. Welche Substanzen bei welcher Krankheit in welcher Dosierung exakt benötigt werden, ist allerdings noch nicht erforscht bzw. wird dies auch von der jeweiligen Ausstattung mit körpereigenen Schutzsubstanzen abhängen. Selbstmedikation und Dosierung von Antioxidantien Antioxidativ wirkende Mikronährstoffe sind, da sie Nahrungsbestandteile sind, Lebensmittel u n d Heilmittel zugleich. Das österreichische Gesetz legt Höchstgrenzen für den Gehalt an solchen Substanzen in Lebensmitteln fest und entscheidet über die Zulassung eines Präparates als Nahrungsergänzung oder Medikament. Für den Konsumenten ist zunächst wichtig, daß sein Tagesbedarf an Mikronährstoffen gedeckt ist, also Mangelzustände vermieden werden. Dabei kann eine Kombination mehrerer Wirkstoffe oxidativem Stress am besten vorbeugen. Unerwünschte Nebenwirkungen sind dabei kaum zu erwarten. Empfehlungen zur geeigneten Präparatwahl und Dosierung erhalten Sie von Fachleuten in Ihrer Apotheke. Die Heilwirkung von Mikronährstoffen bei bestehenden Krankheiten gilt als erwiesen, benötigt aber sehr viel Zeit. Vor allem sind im therapeutischen Bereich die Erkenntnisse über Dosis und Wirkung teilweise noch mangelhaft. Sicher ist, daß Mikronährstoffe, z.B. Vitamine, bei höherer Dosierung als für den Tagesbedarf notwendig anders wirken. Zum Beispiel zeigt Vitamin C in hoher Dosierung ein enormes therapeutisches Potential durch Aktivierung des Immunsystems. Über den Einsatz von antioxidativ wirkenden Substanzen zu Heilzwecken hat aber in jedem Fall der Arzt zu entscheiden. |
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