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Inkontinenz
Harninkontinenz ("Blasenschwäche") entsteht, vereinfacht gesprochen, durch Funktionsstörungen in den drei Organbereichen, die bei der Harnentleerung zusammenwirken: Blasenmuskulatur, Verschlußsystem der Harnröhre und koordinierendes Nervenzentrum. Frauen sind auf Grund ihres Körperbaus häufiger als Männer von Blasenschwäche betroffen, besonders in der Zeit um die Menopause und danach.
Ursachen von Inkontinenz
Akute (vorübergehende) Inkontinenz wird gewöhnlich verursacht durch
- Entbindung
- Eingeschränkte Beweglichkeit
- Nebenwirkung von Medikamenten
- Harnwegsinfektion
Chronische Inkontinenz wird meist verursacht durch
- Schädigungen nach Geburt
- Schwäche der Beckenbodenmuskulatur
- Schwäche der Blasenmuskulatur
- Blockierung des Harnleiters (Prostatavergrößerung, Tumor usw.)
- Hirn- oder Rückenmarksverletzung
- Nervenleiden
Formen der Inkontinenz
- Stress-Inkontinenz - Harnverlust bei einer körperlichen Aktivität, die den Druck in der Bauchhöhle erhöht, z.B. Husten, Niesen, Lachen, Heben einer schweren Last... (etwa 60% der Inkontinenzfälle)
- Drang-Inkontinenz - starker Harndrang und unwillkürliches Zusammenziehen der Blase führen zu Urinverlust (ca. 20-25% aller Blasenstörungen, oft hervorgerufen durch Harnweginfekte, Diabetes u.a.)
- Mischform von Stress- und Drang-Inkontinenz
- Überlauf-Inkontinenz - ständiges Tröpfeln von Urin, die Blase wird nie richtig entleert (hauptsächlich betroffen sind Männer durch Einengung oder Verlegung der Harnröhre)
Was können Sie tun?
Sprechen Sie mit uns in der Apotheke oder klären Sie die Ursache für Ihr Problem in einem offenen Gespräch mit Ihrem Arzt ab. Je nach der Art der Inkontinenz gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die die Beschwerden verbessern oder sogar heilen können. Die wichtigsten Therapiemöglichkeiten sind:
- Blasentraining: Trinken Sie mehr bzw. versuchen Sie, bei gleichbleibender Trinkmenge die Zeitabstände zwischen den Blasenentleerungen auszudehnen.
- Beckenbodentraining: Durch Beckenbodentraining können nicht nur Harninkontinenz, sondern auch Stuhlinkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen gebessert werden. Vorteilhaft ist eine erste Anleitung durch eine physiotherapeutische Fachkraft.
- Bei Frauen nach der Menopause ist oft eine Östrogentherapie hilfreich. Es sind verschiedene Östrogenpräparate, auch in Form von Pflastern oder von vaginalen Zäpfchen, erhältlich. Wichtig sind eine Abklärung und regelmäßige Kontrollen bei Ihrem Frauenarzt.
- In manchen Fällen, z.B. wenn die Gebärmutter auf die Blase drückt, kann eine Operation den gewünschten Erfolg bringen.
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