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Wundversorgung

Author:   Mag. Kurt Lillie  
Posted: 4/30/04; 7:52:35 AM
Topic: Wundversorgung
Msg #: 348 (Erste Nachricht zum Thema)
Prev/Next: 347/349
Reads: 19789

Sport, Gartenarbeiten, Grillen, Heimwerken... - viele Möglichkeiten, viel Zeit mit viel Spaß an der frischen Luft zu verbringen. Mitunter leider auch viele Gelegenheiten, sich verschiedene Verletzungen und Wunden zuzuziehen! Damit Sie und Ihre Hausapotheke für alle Eventualitäten gerüstet sind, hier eine kleine Übersicht über die häufigsten Missgeschicke und der richtigen Umgang mit ihnen:
    Bild: Wundheilung:

Offene Wunden
Schmutz wird aus der Wunde durch Ausspülen mit frischem Leitungswasser entfernt. Danach ein geeignetes Desinfektionsmittel auftragen (z.B. Wundesin, Octenisept, Betaisodona) und die Wunde abdecken. Bei oberflächlichen Wunden reicht ein normales Heftpflaster. Für Menschen mit empfindlicher Haut gibt es hypoallergene Produkte (z.B. Hansamed). Bei tieferen Wunden empfiehlt sich die Verwendung einer Wundauflage (nicht mit der Wunde verklebend) und eine Fixierbinde. Praktisch sind auch Momentverbände, eine Kombination aus Auflage und Binde. Bei stark blutenden Wunden Druck ausüben, um die Blutung zu stoppen! Am einfachsten und schnellsten: Finger auf die blutende Stelle drücken (sterile Gummihandschuhe schützen den Helfer vor Infektionen!). Die blutende Stelle wenn möglich über Herzniveau anheben. Dann einen Druckverband anlegen. Ärztliche Hilfe aufsuchen, wenn: die Wunde sehr tief oder stark verunreinigt ist oder sehr stark blutet; in Folge starke Schmerzen, Fieber, Schwellungen, starke Rötungen oder Eiterungen auftreten (auch nach kleineren Verletzungen!).

Bitte keine Wundsalbe und Wundpuder auf offene Wunden geben! Wundsalben erst verwenden, wenn die Wunde schon verkrustet ist, um den Heilungsprozess zu beschleunigen. Viele Wundsalben wirken zusätzlich desinfizierend (z.B.: Vitawund, Bepanthen plus, Betaisodona Gel). Wundpuder werden nur mehr nach oberflächlichen chirurgischen Eingriffen verwendet (nach ärztlicher Anweisung). Auch Wundbenzin hat auf Wunden nichts verloren, es eignet sich aber sehr gut, um Klebereste von Pflastern zu entfernen.

Gut bewähren sich neue Pflastersysteme (z.B. Hydrogelsysteme) , die die Wunde feucht halten und zugleich entstehendes Wundsekret aufsaugen. Das Spezialpflaster bleibt in der Regel auf der Wunde, bis es sich von selbst ablöst. Sehr gut eignen sich diese Pflaster zur Behandlung (und Vorbeugung) von Blasen auf den Füßen (z.B. Compeed). Feuchthaltende Spezialpflaster werden auch in der Versorgung schlecht heilender Wunden (z.B. offenes Bein) verwendet.

Brandwunden
Rasch unter frisches, kaltes Wasser halten! Zur Linderung bei Verbrennungen 1. Grades (= Hautrötung) gibt es Schaumsprays (z.B. von Bepanthen, Hansaplast). Verbrennungen infizieren sich leicht, daher die betroffene Stelle durch einen locker angelegten sterilen Mullverband schützen. Keine Salben oder Puder auf frische Verbrennungen geben! Dagegen ist die Anwendung geeigneter Gels hilfreich. Größere Verbrennungen ärztlich versorgen lassen.

Sportverletzungen
Betroffenen Körperteil ruhig stellen, hoch lagern und kühlen (kalte Umschläge, Coldpack). Salben oder Gele mit Heparin und/oder entzündungshemmenden und schmerzlindernden Substanzen auftragen (z.B. Thrombophob, Vetren, Lasonil, Etrat, Dolomenthoneurin, Dolgit...). Gute Erfolge werden hier auch mit homöopathischen (Traumeel) und Bachblüten-Salben (Rescue-Salbe) erzielt. Bei starken Schmerzen, starken Schwellungen und eingeschränkter Beweglichkeit ärztliche Hilfe aufsuchen!
Die gleichen Maßnahmen gelten nach unsanften Begegnungen mit harten Gegenständen (= stumpfes Trauma, "blaue Flecken").

Bevor Sie sich nach Lektüre dieser Zeitung zu unfallträchtigen Tätigkeiten begeben, werfen Sie einen kurzen Blick in Ihren Erst-Hilfe-Schrank. Wir beraten Sie gerne, was Sie für den - hoffentlich nie auftretenden - Ernstfall zu Hause haben sollten. Nehmen Sie sich auch Ihren Impfpass vor! Sollte Ihre letzte Tetanus-Auffrischungimpfung länger als 10 Jahre her sein, ist es Zeit diese nachzuholen, denn auch ganz harmlose Verletzungen können zu Wundstarrkrampf führen. Den Impfstoff und Beratung über Impffragen erhalten Sie jederzeit in der Apotheke.

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