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Über Wirkung und unerwünschte Wirkungen von Heilpflanzen
Viele Menschen bevorzugen pflanzliche Heilmittel (Phytopharmaka), die sie als Naturheilmittel betrachten. Auch Ärztinnen und Ärzte verschreiben oft Präparate, die aus dem Bereich der Phytotherapie stammen. Phytopharmaka unterliegen den gleichen strengen Vorschriften wie synthetisch hergestellte Arzneimittel. Aber auch pflanzliche Heilmittel können Nebenwirkungen haben, die bei nicht sachgerechter Einnahme auftreten.
Umfangreiche Untersuchungsergebnisse belegen den Nutzen von pflanzlichen Heilmitteln bei vielen Krankheitsbildern, z.B. bei Infektionen der Atemwege, Magen-Darm-Störungen, prämenstruellen Beschwerden, Schlaflosigkeit und Herzbeschwerden sowie zur Immunstärkung. In den meisten Fällen beruht die Wirkung der betreffenden Pflanze auf zwei oder drei unterschiedlichen Inhaltsstoffen. So erklärt sich, daß standardisierte Pflanzenextrakte oft ein breiteres Wirkungsspektrum haben als die isolierte Einzelverbindung eines üblichen Medikamentes. Die Untersuchungen zeigen aber auch, daß bei unterschiedlichen Dosierungen von pflanzlichen Medizinen unterschiedliche Wirkungen eintreten können. Z.B. zeigt Goldrutenkraut in niedriger Dosierung keine harntreibende Wirkung; bei richtiger Dosierung wirkt es harntreibend; in zu hohen Dosen wirkt es harnhemmend. Demnach ist die beabsichtigte Wirkung stark von der Qualität des Pflanzenmaterials abhängig. Manche Pflanzen haben auch Inhaltsstoffe, die giftig sein können. Eine Heilpflanzentherapie sollte daher nur mit kontrolliertem Material und unter Anleitung von Fachleuten durchgeführt werden. Bei vielen Krankheitsbildern ist eine Behandlung mit erprobten chemisch-synthetischen Mitteln unumgänglich. Die Phytotherapie dient dann zur Ergänzung der Therapie.
Die nutzbringende Anwendung von pflanzlichen Heilmitteln setzt ein Wissen um mögliche Nebenwirkungen voraus. So sollte man während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit auf etliche Heilpflanzen verzichten, wie z.B. Bärentraubenkraut, Berberitze, Ginseng, Passionsblume, Salbei, Wacholder, Wermut oder Zimt. Manche pflanzlichen Heilmittel können bei bestimmten Allergien unerwünschte Reaktionen hervorrufen (Aloe vera, roter Sonnenhut, Kamille....); Vorsicht ist bei Ginseng in Verbindung mit hohem Blutdruck oder bei Pfefferminze in Verbindung mit Gallensteinen geboten; Schafgarbe und Johanniskraut können gegen Sonnenlicht empfindlicher machen; auf Teufelskralle sollte bei Neigung zu Sodbrennen, Geschwüren oder Gastritis besser verzichtet werden usw.
In der Apotheke erhalten Sie Heilmittel auf Pflanzenbasis sowie Heilkräuter und Teemischungen aus kontrollierten Anbaugebieten. Zudem informieren Sie Fachleute über die sichere Anwendung dieser Mittel.
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